
Mathias Jacksch | Art
Über mich
Ich bin über 50Jahre alt, bin Ehemann und Opa. Aufgewachsen bin ich in einer Dreiraumwohnung in Leipzig. Dort lebte ich mit meinen Eltern und meiner Schwester bis ich fast 18 Jahre alt war. Dann zog ich aus und versuchte mein Leben selber zu gestalten. Ich habe die 10.Klasse erfolgreich absolviert. Anschließend kam eine Ausbildung zum Maurer. Später absolvierte ich aus gesundheitlichen Gründen eine zweite Berufsausbildung zum Qualitätsfachmann für Längenprüftechnik(3DMesstechnik und Qualitätswesen). Ich hatte Glück dass mir handwerkliches Geschick in die Wiege gelegt wurde. Meinem Vater konnte ich auch das eine oder andere abschauen. Meine Oma hat versucht mir Stricken und Bügelperlenfädeln beizubringen. Das Fädeln hat mir Spaß gemacht und war mir dann doch lieber wie Stricken. Ich dachte mir Muster aus und malte sie auf. Dann begann ich nach diesen Mustern die farbigen Perlen zu einem Untersetzer zusammen zu fädeln. Meine Oma zeigte und erklärte mir alles was sie darüber wusste. Ich konnte da noch nicht wissen das ich das mal zu meinen Beruf mache.
Ich ging in den Kindergarten, besuchte die Schule bis zur 10.Klasse und dann absolvierte ich die Erste Berufsausbildung. Ich hätte gern etwas kreatives gemacht, wollte etwas erschaffen dass den Menschen Freude bringt, aber es hieß "Handwerk hat goldenen Boden" und so wurde es eine Lehre zum Maurer. Ich habe in verschiedenen Handwerksbetrieben gearbeitet und konnte mir so auch viele Kenntnisse aus anderen Handwerksberufen aneignen. Malern, Trockenbau, Dachdecken und Fassadenbau um einige zu nennen. Glücklich war ich dabei aber nie. Irgendetwas in mir sehnte sich nach meinem Traum aus der Jugend. Aber was ich genau machen wollte um mit Kreativität meinen Lebensunterhalt zu bestreiten wusste ich nicht. Ich arbeitete weiter auf dem Bau bist zu dem Tag als meine Bandscheiben sagten "Es ist Zeit etwas anderes zu machen". Meine Zweite Berufsausbildung zum Qualitätsfachmann stand nun an. Nach bestandener Prüfung arbeitete ich als Messtechniker und so wie ich es schon immer gewohnt war. Immer volle Konzentration, voller Einsatz, keine Rücksicht auf meine körperliche und seelische Verfassung. Aber dann kam er, der Tag der mein ganzes Leben veränderte.
Irgendetwas schaltete meinen Kopf auf Standby. Nichts ging mehr. Schwarzer Bildschirm. An dem Tag als sich mein Kopf ausschaltete wusste ich dass ich Hilfe brauche. Die holte ich mir auch. Mittelgradige Depression war die Diagnose. Während meines Aufenthaltes in der Tagesklinik fiel mir in der Ergotherapie wieder mein Hobby aus Kindheitstagen ein. Da wir dort irgendetwas machen mussten fragte ich nach ob ich mir die Holzperlen nehmen könnte, um etwas auszuprobieren. Ich dachte mir ein Muster aus und versuchte das mit den Holzperlen zusammen zu fädeln. Es klappte aber es war noch sehr weit von einem zufriedenstellenden Bild entfernt und doch war das der Start meiner Kreativen Reise.
Seit meinem Standby Modus sind nun schon über Drei Jahre vergangen. Es ist bei meinem Hobby sehr viel passiert in dieser Zeit. Ich habe ein Sortiment von 37 Farben und eine Firma die mir meine Holzperlen herstellt. Meine Gedanken wie man ein Bild aus Holzperlen aufhängt habe ich auch in die Tat umgesetzt. Die Technik des Fädeln konnte ich in dieser Zeit umfangreich testen und habe dadurch meine Technik schon verbessert. Es macht mir Spaß und die Ruhe wenn ich an einem Bild arbeite tut mir unheimlich gut. Und jetzt hab ich es getan: Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht und wünsche mir das die Menschen bei mir ein Bild finden dass ihnen gefällt und glücklich macht.